06.09.2010 - 13:37 Uhr
Kurt Westergaard erhält M 100 Medien Preis 2010
Kurt Westergaard © Claus Sjodin/CSPRESS.DK© 2010 Claus Sjodin
Potsdam - Der dänische Karikaturist Kurt Westergaard wird in diesem Jahr mit dem M100 Medien Preis ausgezeichnet. Der M100 Medien Preis wird im Rahmen der internationalen Medienkonferenz M100 Sanssouci Colloquium am 8. September in Potsdam verliehen. Das M100 Sanssouci Colloquium lädt seit 2005 internationale Chefredakteure und Medienmacher zum intensiven Dialog in die historischen Schlösser und Gärten von Potsdam. In diesem Jahr lautet das Thema "Pressefreiheit in Europa". Die Laudatio für Westergaard spricht der ehemalige Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes und Vorsitzende des Vereins Gegen Vergessen - für Demokratie e.V., Joachim Gauck.
Kurt Westergaard zeichnete eine der 12 Mohammed-Karikaturen, die am 30. September 2005 unter der Überschrift "Das Gesicht Mohammeds" in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten erschienen ist. Seine Darstellung löste einen internationalen Streit um Meinungsfreiheit und gewalttätige Demonstrationen von Muslimen in der ganzen Welt aus, die sich von den Abbildungen beleidigt fühlten. "Meine Intention mit dieser Zeichnung war nicht, den Islam anzugreifen", so Westergaard in einem Interview mit dem Magazin Der Spiegel, "sondern die Terroristen, die einen Teil des Islam als spirituelle Munition benutzen." Trotz eines auf ihn und einige seiner Kollegen ausgeschriebenen Kopfgelds von insgesamt elf Million Dollar verteidigt Westergaard seine Karikatur unter Hinweis auf das Recht der freien Meinungsäußerung.
Der M100-Beirat verleiht ihm die Auszeichnung als Anerkennung für sein unbeugsames Eintreten für Presse- und Meinungsfreiheit und für seinen Mut, zu diesen demokratischen Werten zu stehen und sie trotz Gewalt- und Todesdrohungen zu verteidigen.
Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs, der auch Vorsitzender des M100-Beirats ist, erklärte dazu: "Mit Kurt Westergaard ehren wir eine Persönlichkeit, die zum Symbol für die Presse- und Meinungsfreiheit geworden ist. Wenn eine Karikatur zu Drohungen gegen Leib und Leben führt, ist es unsere Pflicht, dem Verfasser öffentlich zur Seite zu stehen. Der Preis soll dieses Zeichen setzen."
Bundeskanzlerin Angela Merkel hält im Rahmen der Verleihung des M100 Medien Preises die Hauptrede. Sie erklärte dazu: "Wir Deutschen erinnern uns in diesen Monaten an die Überwindung der SED-Diktatur und die Wiedervereinigung unseres Landes vor 20 Jahren. Wir wissen noch, was Unfreiheit bedeutet und sollten deshalb nie vergessen, wie wertvoll Freiheit ist. Die Pressefreiheit ist eins der Wesensmerkmale einer freiheitlichen Demokratie."
"Im Rahmen der Kulturhauptstadt-2010-Bewerbung Potsdams vor sechs Jahren wurde die internationale Medienkonferenz M100 initiiert - in der Überzeugung, Potsdam sei der ideale Ort für den jährlichen Diskurs der führenden Meinungsmacher Europas", so M100-Geschäftsführer Moritz van Dülmen zum Konferenz-Format. "Idee und Konzept sind voll aufgegangen. Die Attraktivität für in- und ausländische Meinungs- und Medienmacher ist enorm und steigt mit jedem Jahr."
M100 ist eine Initiative der Landeshauptstadt Potsdam und des Vereins Potsdam Media International e.V. und findet im Rahmen der Medienwoche@IFA statt.
Weitere Informationen: www.m100potsdam.org.