Aktuelles

Auftakt zu neuer Veranstaltungsreihe THE VIEW

  • TV
  • Serielle Formate
  • Mobile
  • Event
  • Pressemeldung

Produzenten, Vertreter von Sendern, Plattformen und Politik diskutieren zum Thema Webserien und Online-Video-Inhalte

In der Hauptstadtregion entsteht neben High-End-Drama-Serien eine Vielzahl innovativer Serienformate aus den Bereichen Factual, Entertainment und Web. Jetzt diskutierten bei der Auftaktveranstaltung von THE VIEW in konzentriertem Rahmen Produzenten und Vertreter von Sendern, Plattformen und Politik zum Thema Webserien und Online-Video-Inhalte die aktuellen Fragen zu Entwicklung, Finanzierung, Produktion und Distribution. Die Marktsituation am Standort wurde allgemein als positiv und dynamisch bewertet. Chancen aber auch Herausforderungen würden sich aufgrund neuer Distributionskanäle, neuer Finanzierungsmodelle, die zum Beispiel Markeneinbindung in den Content vorsehen, sowie komplexer Vermarktungs­strategien für sich weiter ausdifferenzierende Zielgruppen ergeben. Mit THE VIEW sollen regelmäßig Branchenvertreter an einem Round Table zusammengebracht werden, um einen Diskurs zu den neuesten Entwicklungen und Herausforderungen der Berlin-Brandenburger Medienwirtschaft anzustoßen. Die Veranstaltung ist eine Initiative des Medienboard Berlin-Brandenburg und der IHK Berlin.

Angebot und Nachfrage von Webserien und Online-Video-Inhalten wachsen, das Interesse von Distributoren für innovativen Content ist groß. Die Sender versuchen ihr Publikum heute auf unterschiedlichen Plattformen zu erreichen, sowohl über die lineare Ausstrahlung als auch über zusätzliche Inhalte im Netz. „Wir denken unsere Formate zunehmend crossmedial. Unter der Marke NEO MAGAZIN ROYALE erweitern wir z.B. den Kosmos der TV-Sendung um originäre Webinhalte und Social Media. Onlinekonzepte, die über eine bloße Sendebegleitung hinausgehen, sind uns wichtig, um junge User anzusprechen“, so Christiane Meyer zur Capellen von ZDFneo. Mit dem von ARD und ZDF gestarteten Content-Netzwerk funk gibt es seit diesem Jahr außerdem einen neuen Auftraggeber für Webinhalte.

Die anwesenden Produzenten von Webserien machten ihren Anspruch deutlich, auch für das Web hochwertigen Content zu schaffen. Tac Romey, Phantomfilm: „Die Qualität muss online genauso hoch sein wie für TV oder Kino, Budget-Erhöhungen müssen dies ermöglichen. Es gibt immer weniger Regeln und dadurch wird das Produkt spannend." Schwieriger hingegen sei die Finanzierung. Plattformvertreter sehen die hohen Produktionskosten kritisch und würden immer noch stark zwischen TV-Inhalten und Webinhalten unterscheiden. „Webinhalte sind immer noch unterfinanziert, aber ich bin mir sicher, dass sich das ändern wird“, so Dominik Bretsch von weltrecorder.

Neue Finanzierungsmodelle werden immer mehr zum Thema, besonders die Einbindung von Markenartikeln bis hin zu Branded Entertainment. Marken nutzen das Image und die Zielgruppe eines Stoffes, um ihr Produkt authentisch zu platzieren. Die Zusammenarbeit von Filmschaffenden und der Industrie steht in diesem Umfang erst ganz am Anfang einer sehr vielversprechenden Entwicklung. Beide Seiten sammeln gerade erste gemeinsame Erfahrungen. „Das Ziel ist eine optimale Verbindung des fiktionalen Inhalts mit der Marke“, so Produzent und Schauspieler Kai Wiesinger, der mit seiner Webserie „Der Lack ist ab“ als Vorreiter gilt.

Hinsichtlich der Zukunftsperspektiven von Webserien und Online-Video-Inhalten glaubt Ronald Horstman von Studio71: „Inhalte werden bleiben, Plattformen werden sich verändern.“ Der Transformationsprozess biete neue Möglichkeiten aber auch Herausforderungen. Lea Gamula von der bildundtonfabrik prognostiziert: „Plattformen, Kuratoren und Multiplikatoren werden weiter an Relevanz gewinnen. Eine Schwierigkeit stellt dabei die Auffindbarkeit der Inhalte dar.“ Dr. Dietrich Reupke, Referatsleiter Film, Medienpolitik und Netzpolitik in der Senatskanzlei Berlin, appelliert: „Für Rahmenbedingungen wie die Plattformregulierung und Vielfaltssicherung sowie auch ein neues Steueranreizmodell für die audiovisuellen Inhalte muss die Politik sorgen. Entscheidender Faktor für die Medienbranche ist aber die Kreativität, die in der Region reichlich vorhanden ist.“ Für Helge Jürgens, Geschäftsführer Standortentwicklung Medienboard, ist es wichtig, Impulse für die Branche zu setzen. Einerseits fördert das Medienboard seit 2015 die Entwicklung und Produktion von seriellen Webformaten und andererseits kann durch Veranstaltungsreihen wie THE VIEW Wirtschaft und Kreativbranche näher zusammengebracht werden und der Standort Berlin-Brandenburg dadurch gestärkt werden.
 
Die Teilnehmer waren:
Dominik Bretsch, weltrecorder („Streetphilosophy“), Johann Buchholz, FridayFilm („Mann | Frau“), Martin Danisch, Turbokultur („Bohemian Browser Ballett“), Lea Gamula, bildundtonfabrik („Gute Arbeit Originals“), Ronald Horstman, Studio71 („Guten Morgen, Internet!“), Jannik Hülshoff, Streamwerke („Problemzone“), Claudia Lehmann, maz&movie und Tanya Neufeldt, Schauspielerin & Produzentin („Lucie Marshall“), Christiane Meyer zur Capellen, ZDFneo, Vlady Oszkiel, Katerfilm („Für Umme“), Dr. Dietrich Reupke, Referatsleiter Film, Medienpolitik und Netzpolitik, Senatskanzlei Berlin, Tac Romey und Kai Wiesinger, Phantomfilm („Der Lack ist ab“)

Zum Video!

Pressekontakt:
Laura Winkler
Kommunikation und Pressearbeit Standortentwicklung
Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH
August-Bebel-Str. 26-53
14482 Potsdam-Babelsberg
Tel.: +49 (0) 331-743 87-62
E-Mail: l.winkler@medienboard.de