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Bundesweite Games-Förderung ist ein gutes Geschäft für den Finanzminister

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Die Einführung einer bundesweiten Games-Förderung wäre ein gutes Geschäft für den kommenden Finanzminister – so lautet das Fazit von Felix Falk, Geschäftsführer des BIU. Der Verband der deutschen Games-Branche legte heute eine Kalkulation der Kosten und volkswirtschaftlichen Effekte einer Entwicklungsförderung auf Bundesebene vor, wie es sie beispielsweise in Frankreich, Großbritannien und Kanada bereits gibt. Danach wäre derzeit eine Games-Förderung in Höhe von 50 Millionen Euro pro Jahr notwendig, um die Wettbewerbsnachteile Deutschlands gegenüber anderen Standorten auszugleichen.

„Die Einführung einer bundesweiten Games-Förderung ist ein gutes Geschäft für den kommenden Finanzminister. Sie kostet pro Jahr nicht mehr als der Bau zweier Autobahnkilometer und bringt dem Staat ein Vielfaches an zusätzlichen Einnahmen“, sagt Felix Falk. „Eine Förderung der innovativen und wachstumsstarken Games-Branche, wie von vielen Parteien im Vorfeld der Bundestagswahl gefordert und von Frau Bundeskanzlerin Merkel bei der Eröffnung der diesjährigen gamescom in Aussicht gestellt, würde zu einem deutlichen Wachstumsimpuls führen und für deutsche Games-Entwickler endlich einen fairen Wettbewerb mit anderen Ländern ermöglichen.“

Das Beispiel Frankreich zeigt, welche positiven Effekte eine Förderung auslöst: Eine Gesamtförderung von 50 Millionen Euro pro Jahr würde demnach in Deutschland zu zusätzlichen Steuer- und Sozialabgaben von rund 90 Millionen Euro führen. Hinzu kommen zusätzliche Investitionen seitens der Wirtschaft von rund 400 Millionen Euro. Eine erfolgreiche Förderung, egal ob als Steuer- oder auch Fonds-Modell, würde zudem zur Ansiedlung neuer Spiele-Entwickler und damit zu einem starken Wachstum der deutschen Games-Branche führen. Dadurch steige der Förderbedarf in den ersten fünf Jahren voraussichtlich um 5 bis 10 Millionen Euro pro Jahr, was eine stufenweise Steigerung des Förderbudgets in diesem Zeitraum nötig mache und die positiven finanziellen Effekte noch verstärke.

Der deutsche Markt für Computer- und Videospiele ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Der Umsatz mit Games für PC, Konsole, Handheld, Smartphone und Tablet sowie Gebühren für Online-Netzwerke stieg 2016 weiter um 7 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro. Von der starken Marktentwicklung konnten deutsche Spiele-Entwickler allerdings nicht profitieren: Lediglich 6,4 Prozent des hierzulande mit Games erzielten Umsatzes entfielen 2016 auf Entwicklungen aus Deutschland. Im Vergleich zu den Vorjahren verringerte sich der bereits niedrige Anteil nochmals: 2015 betrug der Umsatz-Anteil deutscher Spiele-Entwicklungen 6,5 Prozent, 2014 waren es noch 7 Prozent. Auch die Zahl der Beschäftigten ging zuletzt um 13 Prozent auf 11.140 zurück. Eine der Hauptursachen für den Bedeutungsverlust Deutschlands als Entwicklungsstandort für Computer- und Videospiele ist die schwierige Finanzierungsituation. Viele Länder wie Frankreich, Großbritannien oder Kanada haben bereits vor Jahren umfangreiche Förderprogramme für die Games-Branche aufgelegt, wodurch Entwicklungen teilweise bis zu 30 Prozent günstiger sind als in Deutschland.

Erste Ergebnisse der Studie finden Sie hier