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MEDIA CONVENTION Berlin Tag 2 - Rückblick

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An Tag 2 der MCB17 wurde diskutiert, wie der Sprung zu online only klappt, ohne, dass die eigene Marke untergeht, auf technische Innovation von VR und Mixed-Reality geblickt und gefragt, ob man sich für Spitzensport überhaupt noch in Bewegung setzen muss.

Daneben nahm sich der Journalismus selbst ins Visier: Ist die aktuelle Krise der „Vierten Gewalt im Staat“ hausgemacht? In gleich drei Diskussionen zu Fake News, Zeitungssterben im Lokaljournalismus und Reformbedarf im öffentlich-rechtlichen Rundfunk suchten Sprecher aus Medien, Politik und Wirtschaft nach Lösungen.

#MCB17-Fokus Social Media Storytelling: "Call it live interactive journalism"

Wer auf Facebook oder Snapchat gesehen werden will, produziert dort Videos und Livestreams. Auf was es beim Storytelling in zehn Sekunden ankommt, diskutierten die Gesichter der Vlog-Soap MJUNIK sowie Claas Weinmann (Bild.de) und Carsta Maria Müller (ProSiebenSat.1).

 Wie aber stärkt man die eigene Marke auf fremden Plattformen? Im MCB17-Panel zum Thema mit Sophie Burkhardt (funk), Nicole Agudo Berbel (ProSiebenSat.1) und Torsten Beeck (Spiegel Online) wurde klar: Beim Spagat zwischen Spin-off und digital only ist der Königsweg noch nicht gefunden.

 Für Adam B. Ellick, Videokorrespondent bei der New York Times (Foto), stellt die Frage anders: In seiner Keynote zum Panel betonte er: „Go beyond the fear of social platforms.“ Statt sich in der Diskussion um die richtigen Distributionswege und Weiterverwertung zu verbeißen, müsse der Journalismus selbst neu gedacht werden. Im Video-Interview nach der Session verriet er uns, was noch alles in der Toolbox des Videojournalismus stecken muss.

Ist der Qualitätsjournalismus noch zu retten?

Mehr Effizienz, Innovationsgeist für Web-Formate und wenn möglich keine höheren Beiträge: Der Druck auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist groß. Im Panel mit Prof. Dr. Karola Wille (Intendantin des MDR und Vorsitzende der ARD), Tabea Rößner (MdB, Bündnis 90/Die Grünen), Hans Demmel (VPRT/n-tv) und Lauri Kivinen (Yle - Finnish Broadcasting Company) wurde klar: Um zukunftsfähig zu sein, muss der Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks nicht erweitert, sondern neu definiert werden.

Über einen anderen Krisenherd – schrumpfende Einnahmen und sterbende Redaktionen im Lokaljournalismus – sprachen Prof. Dr. Hansjürgen Rosenbauer (Medienanstalt Berlin-Brandenburg), Staatssekretär Thomas Kralinski (Staatskanzlei Land Brandenburg), Patricia Schlesinger (Intendantin des Rundfunk Berlin-Brandenburg), Prof. Bascha Mika (Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau), Isa Sonnenfeld (Google News Lab) und Prof. Frank Lobigs (Institut für Journalistik, TU Dortmund). Ihr Fazit: Beim Lokaljournalismus wurde zu lange im Kerngeschäft gespart. Patricia Schlesinger im Video-Interview hierzu.

Erst Fake-News teilen, sich dann über die Gegenposition in den Medien aufregen, um sich schließlich bei Russia Today zu informieren: Der Kampf um Aufmerksamkeit im Social Web schafft falsche Anreize für Medienmacher und Nutzer. Wie sich der Journalismus Glaubwürdigkeit erkämpft, debattierten Dr. Barbara Hans (Chefredakteurin von SPIEGEL ONLINE, Foto), Jim Egan (CEO, BBC Global News), Dr. Joachim Huber (Leiter Ressort Medien, Der Tagesspiegel), Niddal Salah-Eldin (Head of Social Media WELTN24), Dr. Rasmus Kleis Nielsen (Director of Research Reuters Institute, University of Oxford).

#MCB17-Fokus Sport-Livestreaming und E-Sports: Und morgen Olympia?

Schalke 04 ist Deutscher Meister. Das ist keine Fake News, sondern alternativer Fakt: Der Verein hat die Welt der Fußball-Videospiele für sich entdeckt und mit einem eigenen Gamer-Team bereits Siege eingefahren. Die E-Sport-Branche brummt. Doch wie haben Videospiel-Turniere den Sprung vom Nischendasein zu internationalen Großevents geschafft? Darüber sprachen Christopher Flato (Electronic Sports League), Arnd Benninghoff (MTG/CEO, MTGxMTG), Lina van de Mars (Van de Mars Entertainment) und Simon Koschel (Twitch). Moritz Schwarz-Beckers von FC Schalke 04 Arena Management erklärte, was den Profifußball an seinem virtuellen Ableger reizt und wie sich die Branche im Ringen um Talente professionalisiert.

 Tags zuvor ging es dagegen um Kräfteverschiebungen auf realem Rasen: Anfang 2017 übertrug die Deutsche Kreditbank die Handball WM live und nur auf ihrem YouTube-Kanal – und lieferte damit einen Präzedenzfall in Deutschland. Was es für die kritische Berichterstattung bedeutet, wenn der Sponsor plötzlich zur Rundfunkanstalt wird, debattierten am Montag u.a. Dr. Tobias Schmid (Direktor der Landesanstalt für Medien, NRW), Ben Lesegeld (sporttotal.tv), Dr. Eva Flecken (Director Public Policy & EU Affairs, Leiterin Hauptstadtbüro Sky Deutschland).

#MCB17-Fokus VR, AR und Mixed Reality

Auf der MCB17 präsentierte Steve Sullivan, Leiter der Holographic Video-Initiative bei Microsoft, die neuen Fortschritte der HoloLens. Die Mixed-Reality-Brille erlaubt dem Benutzer, mit der Unterstützung durch ein Natural User Interface interaktive 3D-Projektionen in der direkten Umgebung darzustellen. Sullivan beendete die Session mit einem Versprechen: Schon dieses Jahr gibt es frischen Content für Mixed Reality-Fans. Mit der Hololens sollen User eigene Storys erleben und als 2D Video via Social Media mit der Community teilen können.

 Damit die virtuelle Welt eine schöne wird, plädierten Martin Wezowski (Chief Designer, SAP), Nelly Ben Hayoun (Experience Designer) und Natalie Kane (Kuratorin, Futureeverything) und im letzten Talk des Tages für Geschichten mit Raum für Optimisten.